Schmiedeexkursion nach Ybbsitz

 Die Exkursion war sehr interessant und auch die Schülerin und Schüler haben super mitgetan und es hat ihnen gut gefallen.

Zunächst wurden wir im Köhlereimuseum der Stadtgemeinde Ybbsitz durch die regionale Geschichte des Schmiedewesens und seiner Verbindung zur Köhlerei geführt. Anhand sehr interessanter Ausstellungsstücke wurde der Gruppe sehr anschaulich vermittelt, wie sich die Notwendigkeit von einer Unmenge an Brennmaterial für die Schmiedeessen zunehmend auf die Landschaft ausgewirkt hat. Nachhaltige Spuren der massiven Abholzung und Köhlerei sind bis heute rund um Ybbsitz allgegenwärtig. Bei den Erläuterungen zum „technischen“ Ablauf der Kohleerzeugung konnten alle feststellen, dass dieser Berufszweig mit Sicherheit nicht zu angenehmsten und erstrebenswertesten gehörte. Besonders beeindruckend war da das kleine Köhlerhäuschen (ca. 4m²), das der Köhler über Monate hinweg bewohnte um Tag und Nacht alle 3 Stunden nach dem Kohlemeiler zu schauen.

Im Anschluss an diese spannenden Informationen wurde uns im Fahrngruber Hammer die Herstellung einer Hacke gezeigt. Zunächst wird dabei in einen glühenden Metallblock ein Loch getrieben und immer weiter vergrößert, das letztendlich für den Holzstiel passen muss. Danach wird das Axtblatt auf dem Federhammer – der bis heute mit einer alter Transmissions und damit mit Wasserkraft angetrieben wird – ausgeschmiedet, anschließend zugeschnitten und die Schneide gehärtet. Zum Abschluss muss das Axtblatt noch zugeschliffen werden. Beeindruckend ist, dass die größtenteils manuell geführte Herstellungen eines Blattes insgesamt nicht mehr als 15 Minuten dauert wodurch sich damaliger Zeit immense Stückzahlen an einem Tag hergestellt werden konnten.

Nach der Schauschmiedevorführung wurden wir im Schmiedemuseum „Ferrum“ von einem ehemaligen Kollegen von Dir. Strauss empfangen, der nunmehr in seiner Pension durch die Ausstellung führt. Er erläuterte der Gruppe sehr ausführlich die geschichtliche Entwicklung von Ybbsitz als Schmiedezentrum, die Grundzüge der Lehrlings-, Gesellen und Meisterausbildung in all ihren Facetten und auch die verschiedensten Gruppierungen innerhalb der Schmiedeinnung – vom Pfannenschmied, über den Hackenschmied bis zu den Sensenschmieden.

Um den langsam aufkeimenden Hunger zu stillen, wurde kurz die örtliche Pizzeria geentert und danach durften die Schülerin und Schüler endlich selbst an die Essen. Mit ein wenig Unterstützung durfte jeder zunächst einen Nagel herstellen und im Anschluss konnte jeder der wollte noch weitere Stücke herstellen. Etlichen war die Mühe der Nagelherstellung aber rasch anzumerken und so waren am Schluss nur noch 3 wackere Jungschmiede an der Esse zu finden.

Trotzdem hat es – so glauben und hoffen wir – allen gut gefallen und wir konnten – auch Dank Ihrer Unterstützung einen wunderschönen Tag verbringen.

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